
In den letzten Jahren schaute ich mir KI vorrangig aus Sicht der Text- und Bildgenerierung an. Für Recherchen, Textprüfung und diverse Workflow-Experimente. Doch natürlich kann KI auch in anderen Bereichen als massive Beschleunigung fungieren. In meinem Arbeitskontext beschäftige ich mich derzeit verstärkt mit Vibe Coding, als Hilfsmittel für Rapid Prototyping.
Mein Background
Ursprünglich bin ich eigentlich Medieninformatikerin. Im Studium haben wir neben klassischen Websites auch Prototypen in Flash gebaut und nach meinem Berufseinstieg habe ich zunächst sogar Minispiele in Flash programmiert. Nachdem Flash aufgrund von Sicherheits- und Performanceproblemen von neuen, offenen Webstandards abgelöst wurde – Apples Entscheidung, es nicht auf seine iOS Geräte zu lassen, war sicherlich eines der große Signale – gelang mir der Sprung zu HTML5 und JavaScript nicht. Ich war beruflich längst bei Konzept und Projektmanagement angekommen und in der Freizeit konkurrierten bereits zu viele Interessen. Es folgten Wireframes und vereinzelt interaktive Prototypen in Axure RP, bis ich schließlich vollständig im Projektmanagement hängen blieb.
Vibe Coding ist daher für mich ein ziemlicher Game-Changer, da ich eben genau nicht JavaScript selbst programmieren muss. Ich kann das Interface und die Funktionalität beschreiben, die ich haben möchte. Tatsächlich ist das in Worten auch eine Challenge für sich. Da Dinge, die mir selbstverständlich erscheinen es oft gar nicht sind. Explizit schlägt implizit – immer. Und im Umgang mit der KI erst recht.
Das Vibe Coding nimmt mir also zwar die Generierung von Code ab, jedoch nicht die konzeptionelle Arbeit. Es braucht präzise Anforderungen, Testing und entsprechend begleitete Korrekturschleifen.
Erste Anwendungen
Ich begann verschiedene kleine Anwendungen mit KI zu bauen, um mich auszuprobieren. Als ich langsam an den Punkt kam, etwas mit euch teilen zu wollen, kam mir der ungeplante Soft Relaunch der Variationsphase in die Quere, über den ich bereits in einem eigenen Artikel berichtete.
Seit ich wieder ein bisschen in die Normalität zurückgefunden habe, sind auf der Variationsphase stillschweigend kleine und größere interaktive Module eingezogen.
Meine erste kleine Anwendung, die ich mit euch teilen wollte, ist eine Ergänzung zu meinem Artikel „Schreibroutine aufbauen trotz Alltag – Schreibrituale als Warm-Up“.
In vier verschiedenen Übungen könnt ihr euch einfach ein bisschen „warm“ schreiben. Da die Story-Würfel im Dunkeln echt nicht so gut funktionieren, ist das nun eine super Alternative für jede Gelegenheit. Also falls ihr selbst gern schreibt oder jemanden kennt, gern weitersagen.
Wissensvermittlung mit neuer Perspektive
Als nächstes begann ich darüber nachzudenken, wie ich meine bestehenden Artikel durch interaktive Elemente inhaltlich ergänzen könnte. So entstand auch die Idee zu einer Anwendung zur Vermittlung von farbtheoretischen Grundlagen, in der man Farbharmonien und Kontraste erkunden könnte. Ein grobes Konzept hatte ich bereits im Studium gemacht, als wir uns mit E-Learning beschäftigten. Da das Thema in der Grundschule gerade jedes Jahr in einer Geschmacksrichtung auftaucht, scheint es zumindest teilweise einen Bedarf zu geben. Am Ende entstand über viele Iterationen das „interaktive Farblabor“.
Zusätzlich zogen einzelne Elemente in meinen Artikel „Licht und Schatten“ ein. Ausschnitte aus dem Farblabor, aber auch ein Element zum Thema „Schattenwurf“.
Ich denke, da werden noch weitere folgen, um auch die anderen Artikel aufzuwerten. Denn mit modernen Mitteln ist es unproblematisch, einfach dreidimensionale Objekte im Browser zu rotieren und zu bewegen.
Das Spielkind in mir
Dass ich immersive Welten und diegetisches Material mag, wisst ihr bereits. In diese Richtung werde ich in Zukunft noch weiter spielen. Denn ich habe mir ein technisches Grundgerüst gebaut, was es mir erlaubt, an verschiedenen Stellen in meinen Beiträgen versteckte Inhalte zu platzieren, die sich nur unter gewissen Bedingungen zeigen.
Wenn ihr Lust auf das Experiment habt, könnt ihr einfach eure magische Familie festlegen und dann schauen, wo neue Elemente erscheinen. (Zum Projekt) Noch gibt es nur eine Stelle, die abseits des eigentlichen Schwurs beeinflusst wird. Doch ich hoffe sehr, dass es bald mehr werden.
Fazit
Die KI erlaubt mir nun wieder, Inhalte auch interaktiv zu denken. Früher habe ich etwa ein interaktives Bücherregal oder Minigames in Flash gebaut. Jetzt kann ich sukzessive die Variationsphase zu einem Raum zum Entdecken machen.
Gleichzeitig merke ich jedoch auch, dass ich bei meinem wachsenden Netz aus WordPress-Erweiterungen den Überblick behalten muss. Einerseits darf es nicht zu unnötigen Abhängigkeiten kommen, andererseits sollte redundanter Code natürlich vermieden werden. Hier werde ich in Zukunft sicherlich noch die ein oder andere Schleife drehen müssen.





